Neues Projekt … neues Glück???

Wohl eher nicht!!!
Projekt EVERSUN ist für den Moment abgeschlossen. Will heißen, es wird jetzt von anderen Personen durch die Mangel genommen. Dann bin ich wieder dran.
Und … was mache ich so lange???
Ich liebäugle ja schon länger mit einer Geschichte, die ziemlich krass wird. Wollte sie genau genommen schon lange aufschreiben, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Okay, vielleicht habe ich mich auch darum herumgedrückt 😉
Den Protagonisten dazu gibt es schon mal, wenn auch nur in meinem Kopf. Wird schwierig werden, seine Geschichte zu erzählen, denn er ist ein unheimlicher Kerl. Äußerlich nicht! Er sieht eher aus, als wäre er der „Schwiegermuttertraum“, leider hat er seltsame Vorlieben und ist wohl eher ein Albtraum…
Gar nicht so einfach, ein „Igitt-Thema“ anzugreifen.
Also von wegen – neues Glück. Mit Glück hat diese Story wenig zu tun. Eher mit Abgründen … kranken Seelen und etwas, dass sich „Normalos“ nicht wirklich vorstellen können.
Vielleicht kann ich es ja gar nicht? Wieder mal ein bisschen feige?

ACH DRAUF GESCHISSEN!!! 🙂

Ärmel hochgekrempelt und ran an die Tastatur! Das Leben ist kein Ponyhof, es kann nicht immer ein Happy-End geben. So, ich traue mich jetzt und schreib einfach mal drauf los. Später kann ich es auch noch in die Tonne treten.

Nebelpfade – Valentin

»Zu schade«, seufzte Lili beim Frühstück. »Ich wollte eure Ärztin so gerne kennenlernen. Du hättest sie mitbringen sollen, Val.«
Thunder zwinkerte ihr zu. »Zum Glück ist sie nicht mitgekommen, sonst würdest du den ganzen Tag mit ihr über eure Arbeit reden und hättest keine Zeit mehr für mich und Maya.«
Lili stieß ihn an. »He, beschwerst du dich etwa? Dazu gibt es keinen Grund, mein Lieber! Es ist sehr ruhig im Moment. Keine Arbeit für mich …«
»Vielleicht besucht Juno euch zusammen mit ihrer Gefährtin, wenn ich zurück bin. Dank Blondie können wir ja alle völlig legal ausreisen.« Valentin grinste den blonden Krieger an.
Storm zwinkerte und schob seinen Stuhl nach hinten. »Lili, keine Bange, du wirst bestimmt nicht arbeitslos und wenn es nur die aufgeschlagenen Knie der Kids sind! Val, von mir aus können wir los.«
Valentin war begierig darauf, endlich etwas von der Stadt zu sehen und sprang sofort auf, um Storm zu folgen.
Ivy, die sich um den Schreibkram der gemeinsamen Firma kümmerte, wollte später nachkommen.
Die beiden Männer fuhren in Storms Mustang los. Das altmodische Auto zog viele Blicke auf sich, bemerkte Valentin amüsiert.
»Wurde höchste Zeit, Bruder, dass du dich endlich einmal bei uns sehen lässt«, sagte Storm schmunzelnd. Er mochte Valentin und hielt viel von dem Krieger. Val war sehr besonnen und hatte die Sache mit Ondraka wunderbar gemeistert. Es war nicht einfach gewesen, doch das Team in Sibirien bestand aus großartigen Menschen und Storm freute sich, sie alle seine Freunde nennen zu können.

Valentin lehnte sich zurück. »Es wurde wirklich Zeit. Jay und Ty haben mich geradezu gedrängt, euch endlich zu besuchen.« Er grinste. »Wahrscheinlich sind sie froh, mich ein paar Wochen loszuhaben. Und wer weiß, was mich bei meiner Rückkehr erwartet! Wahrscheinlich machen sie einen verdammten Bauernhof aus dem Anwesen«, meinte er trocken.

Storm schmunzelte. Er hatte schon mitbekommen, dass vor allem Zoe, Tyrons Gefährtin, ziemlich frischen Wind nach Ondraka gebracht hatte. Die große Eingangshalle des Hauptgebäudes glich Valentins Erzählungen nach inzwischen einem Dschungel. Der Glasbau wurde sehr bald von der Gärtnerin in Beschlag genommen. Nicht nur Unmengen exotischer Pflanzen, sondern auch riesige Voileren mit allerlei bunten Vögeln, hatten dort ein Zuhause gefunden.
»Schön, dass Zoe sich so gut eingelebt hat. Sie hatte es ja auch nicht leicht. Was macht Daryl?«, fragte er.
»Oh, er und Ty verstehen sich richtig gut. Die beiden stecken den ganzen Tag zusammen. Zoes Bruder ist ein toller Kerl. Er packt unaufgefordert mit an und hat sich wunderbar in die Familie integriert.«
Storm kannte Zoe und Daryl von seinem letzten Besuch. Auch wenn es schon zwei Jahre her war. Er hatte noch immer das Bild vor Augen, als die beiden von ihrem jüngeren Bruder Abschied nehmen mussten.
»Das freut mich für ihn. Er war mir gleich sympathisch und ich sehe, ich habe mich nicht getäuscht. So, da sind wir. Darf ich vorstellen, unser bescheidenes Domizil!« Storm grinste, als Valentin sprachlos auf die Fassade des heruntergekommenen Gebäudes schaute.
»Lass dich nicht täuschen. Innen ist alles vom Feinsten. Weißt du, wir fanden es besser, nicht zu protzen. Schließlich verdienen wir unser Geld nicht damit, reichen Säcken den Weg für ihre Machenschaften freizuräumen. Im Gegenteil. Meist sind es eben diese reichen Scheißkerle, die wir am Arsch kriegen wollen. Offiziell sind wir eine kleine Sicherheitsfirma. Inoffiziell löschen wir da, wo es brennt! Komm mit. Hunter ist schon da.«
Valentin stieg aus. Storm hatte recht. Das, was sie im Untergrund taten, bedurfte keiner Luxusbude als Visitenkarte. Außerdem war er sicher, dass zumindest das technische Equipment sogar den amerikanischen Geheimdienst erblassen lassen würde. Nachdem sie die quietschende Holztüre aufgestoßen hatten, gelangten sie über eine schmutzige, durchgetretene Treppe in den ersten Stock. Dort sicherte ein biometrischer Scanner den Eingang. Blondie hantierte kurz herum und bat Valentin, seine Handfläche auf das Display zu legen. »So, dein biometrischer Code ist drin, das heißt, du hast ungehindert Zugang, Bruder«, sagte er zufrieden.
Natürlich hatte sich Val nicht getäuscht. Es blinkte und piepte. Monitore in allen Größen reihten sich an den Wänden und mittendrin stand Hunter. Als sie eintraten, drehte er sich um. »Wir haben einen neuen Auftrag für eine Objektüberwachung, Storm«, meldete er und runzelte die Stirn. »Keine Ahnung, wie die auf uns kommen, aber irgendwie kommt mir das komisch vor.«
Storm forderte Valentin auf, sich umzusehen und ließ sich von Hunter den Auftrag zeigen. Er runzelte die Stirn. Ein Geburtshaus! Das war in der Tat merkwürdig. Es handelte sich um eine staatlich geförderte Einrichtung für Frauen, die ihre Kinder anonym zur Welt bringen wollten und sie danach zu Adoption freigaben.
An sich war das eine gute Sache. Storm war der Meinung, dass es allemal besser war, als ungewollte Kinder in Toiletten zur Welt zu bringen, um sie dann wie Müll wegzuwerfen. Doch weshalb ein solches Haus einen Sicherheitsdienst beauftragte, war ihm ein Rätsel.
Egal. Wenn jemand um Schutz bat, würden sie ihn gewähren.
»Am besten du siehst dir das einmal an und dann besprechen wir die Einsatzpläne, Hunter«, wies Storm seinen Bruder an.
Valentin, der sich für ein paar Monate frei genommen hatte, brannte darauf, sich hier nützlich zu machen.
»Ich hätte nichts gegen einen anständigen Kampf«, seufzte er. »Mein Leben ist ziemlich langweilig im Moment.«
Blondie grinste. »He Kumpel. Keine Bange, bei uns wird dir die Langeweile vergehen. Wenn du dich fit genug fühlst, kannst du heute Abend den Bodyguard für eine reiche, ältere Lady spielen. Smoking und gute Tischmanieren sind allerdings Voraussetzung!«
Val boxte den blonden Krieger spielerisch in die Seite. »Was soll das heißen, willst du etwa andeuten, ich hätte keine Manieren?«, feixte er. Dann zog er eine Grimasse. »Aber ich weiß nicht … Bodyguard für eine alte Lady?«
Hunter konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. »Wir alle hatten schon das Vergnügen mit Mrs. Stillwell auszugehen. Sie ist sehr anspruchsvoll und für ihr Alter ziemlich rüstig. Es handelt sich um die Witwe des wohl großzügigsten Gönners der Stadt. Durch seine Spenden wurden zahlreiche soziale Einrichtungen gebaut und gefördert. Sie hat von Mitgliedern ihrer Familie ein paar Drohungen erhalten. Sie befürchten wohl, wenn die alte Lady stirbt, geht das gesamte Vermögen an gemeinnützige Zwecke«, klärte Hunter ihn auf.
»Genau. Und weil Mrs. Stillwell Angst um ihr Leben hat, engagiert sie ab und zu einen von uns. Meist sind es irgendwelche Wohltätigkeitsveranstaltungen, die sie besucht. Ansonsten hat sie ein eigenes Sicherheitsteam, das sie schützt«, ergänzte Storm.
Valentin überlegte. Hatte er einen Smoking dabei?
Ohne auf die hämischen Gesichter seiner Freunde zu reagieren, sagte er zu deren Überraschung: »Okay. Ich bin dabei. Wenn mir einer von euch einen Smoking leiht …«
Storm musterte ihn kurz und nickte. »Meiner könnte dir passen. Wenn du dir sicher bist, dass du den Job machen willst, leihe ich ihn dir gerne.«
Während Hunter und Blondie noch ein paar Termine und Aufträge diskutierten, sah sich Valentin ein wenig um. Seine Gedanken waren schon bei dem heutigen Abend. Irgendwie freute er sich darauf. Eine ältere Dame zu einer Charity-Veranstaltung zu begleiten, war doch mal was anderes. Wobei Spannung wahrscheinlich das Letzte war, das ihn dort erwartete.
Als er und Storm zurückfuhren, tat er einfach so, als würde er Hunters amüsiertes Grinsen übersehen, der ihm viel Spaß wünschte.